Selbst ist der Immobilienbesitzer – Kosten reduzieren durch Eigenleistungen

Hier ein bisschen Laminat verlegen, dort ein bisschen Farbe an die Wände und naja – Fliesenlegen kann dank ausführlichster Do it yourself-Videoanleitungen ja vermeintlich auch fast jedes Kind. Wer schon  einen hohen Geldbetrag in seinen Wohntraum investiert, versucht verständlicherweise Geld zu sparen, wo es nur geht – zum Beispiel durch Eigenleistungen. Wo Sie durchaus selbst Hand anlegen können, welche Arbeiten Sie besser dem Profi überlassen und wie viel Sie mit der sogenannten Muskelhypothek sparen können? Wir sagen es Ihnen!

Der Gedanke an einen schnieken Neubau in Borgfeld mit kleinem Garten ist ohne Frage reizvoll. Die Idee, selbst mit anzupacken, um angesichts der nicht ganz geringen finanziellen Belastung Kosten zu sparen, liegt da verständlicherweise nahe. Und tatsächlich: Der Traum vom Eigenheim kann durch Eigenleistungen schnell um einen fünfstelligen Betrag günstiger werden. Zudem können sich Eigenleistungen positiv auf die Konditionen der Baufinanzierung auswirken. Doch gleich vorweg: Mit ein bisschen Hämmern, Schleifen und Malern ist es meist nicht getan. Stattdessen verbringen Bauherren nicht selten Hunderte Stunden auf der eigenen Baustelle – und zwar neben ihrem eigentlichen Job, ganz zu schweigen vom eventuellen Familiendasein. Dieser Aufwand wird nur allzu gerne unterschätzt. Wer sich also auf das „Projekt Eigenleistung“ einlässt, sollte sich von vornherein Grenzen setzen, um sich sowohl physisch, als auch psychisch nicht zu überlasten. Experten raten deshalb, maximal 20 zusätzliche Wochenstunden in die Arbeit am Eigenheim zu stecken und nicht mehr als 10 Prozent der Baukosten durch Eigenleistungen abzudecken.

Schätzen Sie Ihr handwerkliches Geschick realistisch ein

Welche Arbeiten Sie selbst verrichten können, hängt natürlich von Ihrem Know-how in Sachen Bauhandwerk ab. Für geübte Heimwerker ist es, nach Rücksprache mit fachkundigen Handwerkern, beispielsweise nicht unüblich, einen nicht unerheblichen Teil der Arbeiten am Roh- und Trockenbau zu übernehmen. Wer hingegen nur über wenig handwerkliches Geschick verfügt, kann beispielsweise Laminat oder Fliesen verlegen. Auch Tapezieren und Streichen gehört zu den eher einfachen Aufgaben. Bereits nach einer kurzen Einweisung (und solange Sie nicht den Picasso mimen möchten) können Sie den Pinsel schwingen. Weil Maler- oder Tapezierarbeiten aber grundsätzlich sehr zeitintensiv sind, lässt sich hier ein Großteil der Kosten für den Profi einsparen. Wer noch dazu einen grünen Daumen hat, kann sich beispielsweise um das Anlegen des Gartens kümmern.

Generell gilt: Gespart werden kann vor allem dort, wo die Lohnkosten hoch und die Materialkosten gering sind. Wovon Laien und Hobbyhandwerker hingegen die ungeübten Finger lassen sollten, sind Arbeiten an Wasser- und Heizungsrohren sowie sämtliche nicht ungefährliche Elektroinstallationen. Übrigens sollten „Ersttäter“ auf dem Gebiet der Eigenleistungen eine längere Bauzeit einplanen und diese entsprechend mit dem Bauunternehmen abstimmen.

Seien Sie sich der Risiken bewusst

Nichtsdestotrotz sollten Sie sich auch über die Risiken von Eigenleistungen im Klaren sein. So ist zum Beispiel nicht immer klar, wer im Schadensfall haftet. Zum einen entfällt häufig der Gewährleistungsanspruch, sobald Sie selbst Hand anlegen (zum Beispiel, wenn Sie die Arbeiten nicht unter Kontrolle des Bauunternehmens bzw. -trägers erledigen), sodass Mängel nicht mehr kostenfrei nachgebessert werden können und gegebenenfalls Mehrkosten auf Sie zukommen. Zum anderen müssen auch der beste Kumpel, die Liebste oder andere Bekannte, die auf dem Bau mit anpacken, entsprechend abgesichert werden, bestenfalls mit einer Bauherrenhaftpflicht- sowie einer Unfallversicherung, da im Schadensfall und ohne ausreichende Absicherung hohe Geldstrafen drohen. Und die können den Wohntraum schnell in einen Wohnalbtraum verwandeln…